Verfasst von: bastitelaviv | November 28, 2007

The Trip to the North

Ja, Moin Moin.

Ich hab nach dem ganzen Klausurenstress (Mitten im Semester!! Als Magisterstudent is mir so was völlig fremd!) mal Zeit n bisschen was nachzuholen. Anfang November war ich nämlich mit fast allen anderen Overseas Students übers Wochenende im Norden. Norden in Israel, das heißt: Galiläa, See Genezareth und Golanhöhen. Ich hab mich ja schon öfter über den Ferienlagerkram lustig gemacht, aber das war wirklich die Krönung. Es wurde sogar im Bus Gitarre gespielt und gesungen! Meine Güte. Und zwar Lieder aus Disneyfilmen!

Donnerstagabend kamen wir im Kibbuz an, wo wir den ganzen Ausflug über wohnten. Wirklich sehr schön in den Bergen gelegen, mit kleinen Bungalows (wobei jeder Bungalow einen eigenen Grill hatte – wunderbar), außerdem jede Menge Pfauen. Auf dem Weg dorthin haben wir unsere erste Wanderung durch ein Flusstal absolviert. Im Golan wandert man eigentlich immer durch Flusstäler, so genannte Wadis. Jedesmal denkt man: Was soll ich denn hier? Hier gibt’s nichts außer Steine. Aber dann tut sich völlig unerwartet eine grüne Schlucht vor einem auf und ein paar Stufen weiter unten verläuft der Weg.

Völlig kaputt vom wandern gings am Abend weiter mit Ferienlagerkram. Alle saßen in einem großen Kreis im Gemeinschaftsraum und spielten Ratespiele. Nicht zu fassen.

Am nächsten Tag stand wieder eine Wanderung in einem Flusstal auf dem Programm. Es war so heiß, dass ein paar Leute unter einem Wasserfall baden waren. Ich hatte aber meine Badesachen nicht bei. Zu blöd. Aber es war trotzdem sehr schön.

Vielleicht sollte ich mal kurz erklären wie das im Golan sonst so ist. Man kann nämlich nicht einfach hinlaufen wo einem der Sinn nach steht. Der Golan ist ja eines von den Gebieten die im 6-Tage Krieg von 1967 von Israel erobert wurden. Eigentlich gehört das Gebiet zu Syrien, seit 40 Jahren aber de facto zu Israel und dient als Siedlungsgebiet und Pufferzone. Deshalb hat man sich nicht groß die Mühe gemacht nach dem Krieg ein Wenig Ordnung zu schaffen. Neben zerstörten Bunkern und Fahrzeugen und so weiter liegen noch knapp 1,2 Millionen Landminen in der Erde verbuddelt. Man muss also immer schön auf den markierten Wegen bleiben.

Abends ging es dann noch zu den heißen Vulkanquellen. Sehr schön entspannend, vor allem nach der langen Wanderung. Aber das Wasser kommt wirklich direkt aus der Erde und stinkt dermaßen nach Schwefel dass man es nicht lange darin aushält. Meine Badehose stinkt nach zweimal waschen immer noch ein bisschen danach.

Der letzte Tag war noch mal richtig vollgepackt. Ein Vogelschutzgebiet mit Kranichen, Pelikanen, Wasserbüffeln und extrem hässlichen afrikanischen Katzenfischen, dann noch eine Weinverkostung und Wanderung zum Baniaswasserfall. Der Wein war wirklich gut, ich hab gleich drei Flaschen mitgenommen. Dummerweise musste der Busfahrer auf dem Rückweg scharf bremsen, was 2 der 3 Flaschen nicht überlebten. Später tauchte dann doch noch eine weitere wieder auf so dass nur 1 Flasche zu Bruch ging. Trotzdem schade. Das Zeug ist wirklich lecker…

 

Verfasst von: bastitelaviv | November 18, 2007

Krieg

 Es gibt so ein paar Sachen, so eine Art to-do-Liste, die ich mir für hier vorgenommen hab. Ich war schon so lange nich mehr bei Hertha oder sonst wo im Stadion, und außerdem wollt ich wissen wie israelischer Fußball so ist und wie die Stimmung im Stadion ist. Deshalb war mal in Israel zum Fußball zu gehen einer der Punkte auf der Liste.

Nun ist Tel Aviv an Fußballteams nicht arm, außerdem spielt die Nationalmannschaft im Nationalstadion in Ramat Gan. Das ist mit dem Fahrrad 10 Min von meiner Bude. Das billigste Ticket für ein EM-Quali-Spiel kostete dummerweise 40 Euro also musste ich mich nach anderen Spielen umgucken.

Letzte Woche war dann das Stadtderby der beiden Tel Aviver 1. Liga Clubs. Maccabi Tel Aviv gegen Hapoel Tel Aviv. Ein richtiger Klassiker. Die Situation der beiden Clubs ist wie bei den Bayern und 1860 – sie teilen sich das Stadion. Ein Wochenende spielt Hapoel im Bloomfield Stadium, am nächsten Maccabi. Ansonsten gilt die klassische Rollenverteilung. Maccabi ist der Rekordmeister: 20 Titel – 7 davon im double. Sie kommen regelmäßig recht weit im Uefa-Cup und haben es 2004/2005 in die Championsleague geschafft. Hapoel hingegen ist der typische Arbeiterclub (HaPoel heißt übersetzt: der Arbeiter). Auch 11 nationale Titel, aber international halt nicht auf dem Niveau von Maccabi. Maccabi ist der erfolgreichste Club in Israel, Hapoel der 2. erfolgreichste.

Dieses Jahr hingegen haben beide Clubs die ultimative Seuche an den Hacken. Hier seht ihr die Tabelle vor dem Derby.

 

Maccabi hatte am Spieltag zuvor den ersten Sieg der Saison eingefahren, Hapoel hingegen hat gegen Tottenham im Uefa-Cup, nur 3 Tage vorher auf die Nase bekommen. Alles in allem die besten Zutaten für ein richtig gutes Spiel.

Wir saßen im Hapoel-Fanblock. Da es ein Derby war haben die Fanclubs, Fahnen gebastelt, Konfetti geschnitten und alles an die Leute verteilt, so dass das halbe Stadion gelb-blau und die andere Hälfte komplett rot war. Schon bevor es losging fingen die Hapoel-Fans an „MILCHAMA – MILCHAMA – MILCHAMA“ zu singen, was übersetzt KRIEG bedeutet.

Das wird lustig  - dacht ich mir und rieb mir im Geiste die Hände. Dann der Einlauf der Hapoel-Mannschaft – Ich hab ein Video. Ich schlage vor ihr dreht den Ton runter…

Das Spiel an sich war dann einigermaßen schlecht. Ich hab nicht viel erwartet. Die israelische Liga ist nun mal nicht besonders stark. Es war – wie die Leute schon gesungen haben – Krieg. Viele Fouls, viel rumgestocher, harte Zweikämpfe. Schließlich irgendwann in der 2. Halbzeit ein gestochertes Tor. Die Maccabi-Fans waren der Meinung ihr Torwart hätte den Ball noch vor der Linie gerettet, aber der Ball war wohl hinter der Linie. Jedenfalls kein schönes Tor und dann auch noch das einzige. 1:0 für Hapoel  war der Endstand. Gleichzeitig Hapoels erster Sieg in dieser Saison. Danach vor dem Stadion noch ein paar Kloppereien aber nicht wirklich schlimm. Normalerweise ist es wohl nicht so. Am nächsten morgen stand in der Zeitung dass es eins der friedlichsten Derbys aller Zeiten gewesen sei. Oh ha. Sagt sich der unabhängige Beobachter. Die anderen Derbys müssen echt hart gewesen sein. . .

Verfasst von: bastitelaviv | Oktober 28, 2007

Auf der Autobahn Richtung Bagdad

Hochverehrtes Publikum,

Slicha (Entschuldigung) erstmal für die lange Abstinenz, aber wie einige wissen war ich ja ein paar Tage im kalten Deutschland auf Heimaturlaub und konnte deshalb nicht schreiben. Ich kam Montagnacht um 1 hier mit dem Flieger an und morgens um 8 hatte ich mein erstes reguläres Seminar. Schon komisch. Ist ein bisschen so als wär ich mit dem Flugzeug zur Uni geflogen… Wie dem auch sei, jetzt hab ich mich wieder an den Uni-Alltag gewöhnt und kann die letzten Wochen blogmäßig aufarbeiten.

Wie Ich im letzten Eintrag schon erwähnt habe, habe ich die erste Ferienwoche nach dem Hebräischkurs für eine kleine Reise genutzt. Erst wollten wir, d.h. Ben, Felix, Hanna, Kfir, Katharina und meine Wenigkeit, nach Eilat. Das ist der südlichste Zipfel Israels, im Golf von Aqaba am Roten Meer. Montag früh um 8 gings los, 6 Stunden Busfahrt später und 65 Shekel ärmer, kamen wir in Eilat an. Gleich die Zimmer im Hostel bezogen, sehr schön übrigens, sogar mit Swimming Pool,

und dann ans Meer. Leider gibt’s nich so schöne Sandstrände wie in Tel Aviv sondern eher die steinige Variante. Ansonsten ist Eilat halt die typische Touristenhochburg, wie Rimini oder Ibiza. Riesige Hotels, viele Touries, Ramschläden mit T-Shirts, kitschige Muschelfiguren usw.

Das volle Programm. Das war eigentlich eher nich unser Fall. Am Dienstag sind war daher erstmal ein wenig außerhalb von Eilat zum Schnorcheln gefahren. Das war wirklich schön. Bunte Fische und Korallenriffe wohin man auch kam. Allerdings ist das Rote Meer ein paar Grad kälter als die Badewanne Mittelmeer und deshalb mussten wir immer wieder raus und uns aufwärmen, was bei 37 Grad aber erstaunlich schnell geht. Abend sind wir auf der Uferpromenade in ein schönes Restaurant essen gegangen und haben uns hinterher noch umsonst Nachtisch erschwindelt indem wir behauptet haben, Ben hätte Geburtstag. Die Kellner haben sogar gesungen…Hahaha

Am Mittwoch gings dann zur nächsten Station unserer Reise. Petra in Jordanien. Der Grenzübergang nach Jordanien ist genau in Eilat, weswegen wir dorthin nur 5 Min mit dem Taxi gebraucht haben. Dass auf der anderen Seite des Golfs Jordanien liegt, ist schwer zu übersehen, weil die Jordanier eine der höchsten und größten Flaggen der Welt an die Küste gestellt haben, die man kilometerweit sehen kann. Petra liegt gute 2 Stunden Autofahrt von Eilat entfernt, unser Taxifahrer schaffte die Streck in 1 1/2. Die Fahrt kostete 45 jordanische Dinar, und einige Nerven. Der Taxifahrer nahm es nämlich mit den Geschwindigkeitsbegrenzungen nich ganz so genau. Wenn er nich gerade telefonierte hat er uns aber viel über die Gegend erzählt durch die wir gerade fuhren. Zeigte hier und da auf „Sehenswürdigkeiten“ wie z.B. tausende von Lastwagen die auf einem Parkplatz auf die Zollabfertigung warteten. „Die fahren alle nach Bagdad.“ Erklärte er. Wir befanden uns also auf der Autobahn nach Bagdad, dass nur ein paar hundert Kilometer weiter östlich liegt. Schon komisch. Vor allem die befremdlich hohe Zahl Lastwagen deutscher Firmen… Plötzlich hielt er mitten auf der Autobahn an weil er der Meinung war wir müssten unbedingt die Kamele fotografieren die in Jordanien offenbar ebenfalls die Autobahnen für ihre Reisen benutzen. Wir also Foto.

Ein paar Kilometer weiter hielt er wieder mitten auf der Autobahn und meinte wir müssten unbedingt ein besonders farbige Stelle in der Gebirgswand fotografieren in der er und einige andere ihre Namen geritzt hatten. „Here, Aref! Thats my name, here, Aref…“ und so weiter. Wir wieder Foto. Aber irgendwann kamen wir in unserem Hostel in Petra an. Von da gabs einen Shuttleservice ins antike Petra. Der ständig etwas grantelige Hostelchef fuhr uns in seinem Jeep zum Petranationalpark, wo er uns ein paar Stunden später abholen wollte. Wenn wir auch nur 2 Minuten zu spät wären, könnten wir laufen versprach er uns. Dann gings rein nach Petra. Erst durch den Siq

, das ist ein knapp 2 Kilometer langes Tal, von irgendwelchen urzeitlichen Flüssen geformt, was angesichts der endlosen Wüste drumherum echt schwer vorzustellen ist. Aber vor allem war es schön kühl und schattig im Gegensatz zu der Bruthitze draußen. Dramaturgisch perfekt platziert am Ausgang des Siq „steht“ das berühmteste Gebäude Petras „al Khazneh“ bzw. die Schatzkammer, bekannt aus Indiana Jones 3.

Man kann nicht wirklich von „stehen“ sprechen weil das Gebäude ja aus dem Fels gemeißelt wurde. Petra war die Hauptstadt der Nabatäer, ein Nomadenstamm aus Westarabien der um 300 v.Chr. in der Gegend um Petra sesshaft wurde. Die imposanten Bauten im antiken Petra stammen ungefähr aus der Zeit Jesus. Die ganze Stadt erstreckt sich über viele Quadratkilometer. Es dauert eine ganze Weile bis man den höchsten und entferntesten Ausläufer erreicht hat, das Kloster, das ungefähr auf 1350m in den Bergen liegt.

Alle 2m wird man gefragt ob man nicht mit dem Esel oder dem Kamel hinauf will. Alle paar Meter sind Schmuckstände die teilweise „echte“ Nabatäerschmuckstücke oder z.B. alte Münzen für umgerechnet 1 Euro anbieten. „Come look, everything one Dinar, Happy Hour!“ Das geht einem irgendwann tierisch auf die Nerven und hat den Petrabesuch etwas getrübt, war aber dennoch sehr eindrucksvoll.

Abends im Hostel gab es leckeres arabisches Buffet, was besonders reichhaltig ausfiel, weil gerade Ramadan war und die Moslems tagsüber nichts gegessen hatten, wovon auch alle nicht-Moslems profitierten. Am nächsten Morgen ging es schon wieder zurück nach Eilat. Aref, der Taxifahrer, hatte uns am Vortag angeboten uns für nur 30 Dinar statt der üblichen 45 wieder nach Eilat zu bringen. Also nahmen wir eine weitere haarsträubende Rallyefahrt durch die jordanischen Berge inkauf, kamen aber heil am Grenzübergang an.

Seit diesem Trip bin ich wirklich froh über die offenen Grenzen in Europa. Auf der jordanische Seite einmal alles auspacken, wieder einpacken, Fragen stellen lassen Ausreisesteuer bezahlen, auf der israelischen Seite das ganze von vorne…hat bestimmt ne Stunde gedauert bis wir wieder in Israel waren.

Der eigentliche Plan war dann, nach Ägypten, in den Sinai zu fahren, was dann aber an Lust (Grenzstress), Geld und Zeitmangel auf ein anderes Mal verschoben wurde. Wir erwischten noch einen der letzten Busse nach Tel Aviv und kamen abends um 9 in Tel Aviv an. Als ich die ersten vertrauten Hochhäuser von Tel Aviv sah, kam schon so ein bisschen das „Zuhausegefühl“ auf. Schon komisch wie schnell so was gehen kann.

Verfasst von: bastitelaviv | September 28, 2007

Yom Kippur und die Hitlerkatze

 Hallo liebe Menschenkinder,

 Wieder mal was Neues aus Tel Aviv. Diesmal hats nicht daran gelegen, dass nichts passiert ist, sondern dass soviel passiert ist, dass ich keine Zeit gefunden habe alles aufzuschreiben.Nach sechs Wochen ist am letzten Donnerstag der Hebräischkurs zu Ende gegangen. Ich denke dass ich ganz gut war, aber die endgültigen Noten bekommen wir erst wenn Mitte Oktober die Uni wieder losgeht. Jetzt hieß es erstmal 3 Wochen Ferien. Die meisten meiner Freunde haben ausgedehnte Europareisen gestartet, weil viele von weiter weg (sprich USA) kommen, und wo sie schon mal „in der Gegend“ sind… Die Europäer sind größtenteils hiergeblieben, sind nachhause gefahren oder haben Urlaub in und um Israel gemacht. So auch Ich, aber dazu mehr im nächsten Eintrag. Erstmal wollte ich den höchsten jüdische Feiertag in Tel Aviv verbringen. Yom Kippur.

Yom Kippur wird als feierlicher Fasttag begangen, an dem jede Arbeit verboten ist. Im Jerusalemer Tempel wurden früher an diesem Tag Opfer dargebracht. Zu dieser Zeit war Jom Kippur der einzige Tag, an dem der Hohepriester das Allerheiligste im Tempel betreten durfte, um stellvertretend für das Volk die Vergebung der Sünden zu empfangen. Dort besprengte er die Bundeslade mit dem Blut von zwei Opfertieren und sprach dreimal den Namen Gottes aus.

Viele meiner Freunde fasteten, ich wollte eigentlich nicht, aber weil am Tag vor Yom Kippur die Geschäfte schon um zwölf statt fünf Uhr zumachen, stand ich erst vor verschlossenen Ladentüren und danach vor einem leeren Kühlschrank. Außer etwas Reis und ein bisschen Tomatenmark war nichts mehr da. Aus dieser Notpampe die ich mir daraus zusammengerührt haben bestanden demnach auch meine Mahlzeiten bis Samstagabend.

Wenn an allen anderen jüdischen Feiertagen die meisten Bars, Restaurants und Läden trotzdem öffnen, gilt das nicht für Yom Kippur. Alles steht still. Ohne Ausnahme. Auf den Straßen fahren keine Autos weshalb nach Ende des Gottesdienstes alle Leute auf die Straßen spazieren gehen, Fahrrad fahren oder einfach nur Mitten auf den größten Kreuzungen sitzen, was nur an diesem Tag möglich ist. Wir haben auch unsere Fahrräder genommen und sind durch die ganze Stadt gefahren.

Es herrscht ein ganz eigenartige Stimmung. Die Augen sehen die große Stadt, aber der Lärm, dieses unterschwellige Brummen großer Städte, dass man sonst gar nicht bewusst wahrnimmt, fehlt. Wie haben noch eine Weile im Park gesessen und die Ruhe und den Ausblick genossen und sind für einen Freitag wirklich früh ins Bett gegangen.

Am Samstag wird traditionell gefaulenzt (alle Videotheken sind schon am Donnerstag geplündert worden), oder den ganzen Tag gebetet, wenn man zur religiösen Fraktion gehört. Für Samstagabend haben wir bei Emily und Hadas im Zimmer ein kleines Buffet organisiert. Alle die gefastet hatten, oder sich eben nur von Tomatenreispampe ernährt haben, stürzten sich aufs Essen. Danach sind wir wieder mit den Fahrrädern in die Stadt gefahren um den Umstand zu Feiern, dass die Bars wieder offen hatten (diesmal allerdings wieder auf dem Bürgersteig, weil nur völlig Bekloppte oder Lebensmüde mit ihren Rädern auf der Straße fahren würden).

 Das war also mein erster Yom Kippur in Israel. Zum Schluss noch die lustige Geschichte von der Hitler-Katze. In den Wohnheimen der Einsteinstraße lebt eine Katze die wirklich aussieht wie Hitler. Überzeugt euch selbst:

 

Die Leute mit wenig Phantasie müssen einfach etwas unscharf gucken. Die Natur hat dem armen Vieh wirklich übel mitgespielt. Das witzige ist, dass sie sogar von den anderen Katzen gemieden wird. Einer von den Hausmeistern stellt immer Essensreste raus worauf sich alle Katzen stürzen. Nur die Hitler-Katze sitzt etwas Abseits und bekommt nichts ab…

 

Bis denn….der Basti

Verfasst von: bastitelaviv | September 12, 2007

3…2…1…Happy New Year 5768

Hallöchen,

Seit langem mal wieder ein Lebenszeichen aus dem Land wo Milch und Honig fließt. Dieser Tage ist das wörtlich zu nehmen, denn nach dem jüdischen Kalender steht das neue Jahr vor der Tür. Ab Morgen um 18:41 schreiben wir in Israel das Jahr 5768. Der neue Tag beginnt in Israel bei Sonnenuntergang des alten Tages. Jeden Tag gibt das Oberrabbinat offizielle Sonnenuntergangszeiten heraus. Morgen ist das für Tel Aviv 18:41. Da für alle Orte in Israel andere Sonnenuntergangszeiten gelten, macht dass das herunterzählen der Sekunden ein bißchen Sinnfrei, deshalb macht das auch keiner. Schade. Ich war ein bißchen enttäuscht. Ich dachte ich kann dieses Jahr zweimal zählen und anstoßen. Wieso aber 5768? Was war denn da so besonderes? Nichts weiter. Nur dass der liebe Gott sich an sein Malen-nach-Zahlen-Set gemacht hat und die Welt erschaffen hat. Die Zahl ergibt sich aus der Zurückrechnung von Datumsangaben in der Bibel. Schon witzig, angesichts etwas genauerer Berechnungsmethoden über das Alter der Erde (Radiokarbon etc.). Wenn sie Soetwas hören stecken sich die orthodoxen die Finger in die Ohren und fangen laut an zu singen (bildlich gesprochen).

Das witzige ist, dass das Jahr nichtmal mit dem 1. Monat anfängt, sondern mit dem siebten. Der Kalender orientiert sich an den Mondphasen. Die Zeit von einem Neumond zum nächsten beträgt genau 29 Tage, 12 Stunden und 793 Halakim („Teile“); Ein Helek entspricht dabei 3 1/3 Sekunden. Der Tag wird genau wie im gregorianischen Kalender in 24 Stunden unterteilt. Die Stunde aber nicht in 60 Minuten, sondern in 1080 Halakim. Ein Helek besteht außerdem aus 76 „Augenblicken“ was etwa 44ms entspricht. Für den Fall dass jemand mal die genaue Definition von „Augenblick“ wissen wollte: Jetzt wisst ihr es. Soviel zur Theorie.

An Rosh haShana (so heißt das jüdische Neujahrsfest) wird das Shofar (Widderhorn) geblasen. Man isst in Honig ertränkte Äpfel und Granatäpfel und natürlich den allseits beliebten „Gefillte Fisch“. Bei jeder Gelegenheit wünscht man sich ein „Shana Towa“ ein gutes neues Jahr. Genau wie bei uns erscheinen Spezialausgaben von Zeitungen mit den „Bildern des Jahres“ usw. Im Fernsehen gibts Jahresrückblicksendungen und der Präsident gibt Neujahrsinterviews. Dieses Jahr besonders beachtet, weil es das erste von Israels neuem Präsident Shimon Peres ist, und man Einschätungen zu Syrien erwartete besonders weil Ehud Olmert das traditionelle Fernsehinterview verweigerte. SKANDAL. Syrien und Israel haben sich in letzter Zeit mal wieder besonders lieb. Vor ein paar Tagen sind israelische Flugzeuge angeblich in den syrischen Luftraum eingedrungen, weshalb Syrien Reservisten einberuft und Israel Manöver auf den Golanhöhen abhält. Mal sehen was daraus wird.

Die erste Rosh haShana Feier gabs bei mir schon Montag in der Hebräischklasse. Unsere Lehrerin war Dienstag nicht da, also mussten wir das vorverlegen.

Am Dienstag gabs ein Trommel und Capoeira Happening im Yarkon Park mit Sang und Tanz und vielen Honigäpfeln

Soviel zum jüdischen Neujahrsfest. Bis bald. Shana Towa. Basti

Verfasst von: bastitelaviv | August 28, 2007

1 Monat in Tel Aviv

Ja Halloo erstmal….

Ich weiß ga nich ob sies wussten….aber heute bin ich genau einen Monat weg. Ich wollts erst gar nicht glauben dass ich schon solange hier bin. Die Zeit ist so schnell vergangen. Erst neulich Abend haben wir uns darüber unterhalten wie normal der Tag hier mittlerweile vorkommt. Man kennt sich auf einmal sehr gut in einer Gegend aus in der man sich noch vor einem Monat hoffnungslos verlaufen hätte. Man grüßt Leute die einem vor einem Monat noch völlig unbekannt waren und unterhält sich über Sachen die einen vorher nich so interessiert haben. Es ist ein ganz komischer Mix zwischen noch ein wenig ungewohnten und besonderem und völlig banalem Alltag. Ich weiss gar nich mehr wie es ist nich jeden Tag zum Strand gehen und im Meer baden zu können.. (HäHäHä)

Ich hab in dem Monat hier viele neue Sachen und Leute kennengelernt. Hab mich ein wenig an den Lebensrhytmus hier angepasst, und kann mich jetzt schon einigermaßen gut auf Hebräisch verständigen. Ich hab mich daran gewöhnt ein wenig Mittagsschlaf zu halten während es draußen einfach zu heiß ist. Ich hab mich dran gewöhnt dass die Woche schon Sonnatgs anfängt und nich erst am Montag usw.

Was auch neu ist, ist dass ich jeden Tag mehrmals die israelischen Nachrichtenseiten checke um zu sehen ob irgendwo was passiert ist. Eine typisch israelische Angewohnheit die man ganz automatisch übernimmt ohne dass man sich das irgendwo abguckt. Wer selber immer mal wieder gucken will was hier so passiert: www.ynetnews.com

Die Gefahr das was „passiert“ ist immer irgendwie vorhanden, aber auch irgendwie völlig fern. Zumindest hier inTel Aviv. Im Süden in Sderot werden pro Woche durchschnittlich 20 Kassam-Raketen abgefeuert. In letzter Zeit wieder etwas mehr. Aber auch die Gefahr ist irgendwie abstrakt weil die Dinger kaum jemanden verletzen und nur geringen Sachschaden anrichten. Meisten kommen die gar nicht soweit, dass Wohngebiete getroffen werden, sondern schlagen schon irgendwo in der Wüste ein. Trotzdem dreht man sich bei jedem lauten Knall um. Schon 2x stand aufeinmal, während des Hebräischunterrichts, eine große Rauchsäule ganz in der Nähe der Uni am Himmel und alle denken natürlich dasselbe. Aber es waren immer „normale“ Feuer. Nichtsdestotrotz fühl ich mich hier nicht so als wäre standig mein Leben in Gefahr.

Was besonders schön ist, sind die vielen neuen Leute die ich kennengelernt habe. Ich kann die nächsten paar Semesterferien erstmal überall umsonst Urluab machen weil ich so viele Leute besuchen kommen soll. In Amsterdam, in New York, in Los Angeles usw. Überall umsonst wohnen. Wie geil ist das denn? Das Leben dass wir hier führen, is irgendwie ne Mischung aus Arbeit und Urlaub . Der Hebräischunterricht ist schon ziemlich anstrengend und nich sehr aufregend. Von neuen didaktischen Methoden habn die hier noch nich viel gehört. Es ist meistens Frontalunterricht, bei dem wir eine Lektion im Buch nach der anderen durchackern. Aber wenn die Hausaufgaben erledigt sind gehts an den Strand oder einfach raus wo überall Palmen stehen und jeden Tag das schönste Wetter ist. Abends muss man wirklich nicht lange Suchen um ne nette Bar zu finden. Alles ist sehr mediterran relaxt. Ich kann mir wirklich kaum einen schöneren Ort zum studieren denken. Ihr müsst das alle unbeding auch mal sehen. Bis demnächst. Shalom.

Verfasst von: bastitelaviv | August 24, 2007

Heiratsvermittlung Israel

Halli Hallöle

Hier Sonderkorrespondent Harry Hirsch reporting live from the Middle East.

Da in den letzten Tagen herzlich wenig passiert ist (Standardtag: 7 Uhr aufstehen, dann Hebräisch bis um 1, Mittagessen/Mittagsschlaf, Hausaufgaben, Strand und Abends noch aufn Bierchen in n Park oder an den Strand) (Ach ja: Und n Fahrrad hab ich mir gekauft – Endlich nich mehr soviel fürs Taxi bezahlen) will ich mal die Zeit nutzen um euch das Land und die Leute, Gewohnheiten und Eigenheiten ein bisschen näher zu bringen.

Heute: Heiratswahn and der Uni Tel Aviv. Richtig gehört/gelesen! Das ganze Overseas Students Program kommt mir langsam vor wie eine lebendiggewordene Kontaktanzeige in der Bildzeitung. Das erste Mal ist mir das aufgefallen, als ich während der ersten Woche zum 1000. Mal dasselbe Wo-kommst-du-her-was-machst-du-hier Gespräch geführt habe. Die ganzen Mädels haben immer wieder erzählt wie oft sie vor der Abreise von ihren Müttern ermutigt, fast gedrängt wurden, doch mal n paar hübsche jüdische Männer aufzugabeln. Für die meisten Eltern ist jüdisch-sein bei Verehrern ihrer Töchter das wichtigste überhaupt, alles andere ist erstmal unwichtig. Im Hebräischunterricht handeln die Lektionstexte auch sehr häufig von Heirat, Beziehungen oder Familienwerten. Ich hab ja schon erzählt dass jeder Neueinwanderer in Israel den Hebräischunterricht bewältigen muss. Wenn man dann noch weiß, dass Israels jüdisches Bevölkerungswachstum stagniert, während das der arabischen Israelis immer weiter ansteigt, fällt es schwer nicht von Propaganda zu sprechen. Und wir müssen das ausbaden, und zum zigsten mal irgendwelche Heiratsgeschichten erzählen, oder als Hausaufgabe schreiben.

Letztes Wochenende sind viele aus der Gruppe nach Safed gefahren, eine der vier heiligen Städte des Judentums, daher auch größtenteils von jüdisch orthodoxen bewohnt. Ich bin allerdings zuhause geblieben. Das Reiseangebot war unglaublich günstig: 2 Tage im Hotel all-inclusive, Wildwasserrafting und eine Weinverkostung für unter 30 Euro. Ich hatte vorher schon gehört dass die Reise von orthodoxen Juden veranstaltet wurde die unreligiöse Juden wieder zum Glauben führen wollen, daher hatte ich keine große Lust darauf. Ein paar von meinen Freunden, Juden und Nichtjuden, konnten dem Angebot allerdings nicht widerstehen, und von dem was ich so gehört hab, hab ich echt ne menge verpasst. Ständig gab es Essen und alkoholische Getränke, während, unterbrochen von Musik, Rabbis ihre 10-12-köpfigen Familien vorstellten. Sie predigten wie schön das Leben in der Großfamilie ist und dass alle unbedingt bald heiraten, und auch eine große Familie gründen sollten. Die Leute wurden wirklich regelrecht abgefüllt. Immer wenn das Glas, Whiskey wohlgemerkt, halbleer war, wurde es auch schon wieder aufgefüllt. Den Frauen wurden dauernd allein stehende Männer vorgestellt oder Babys in die Hand gedrückt. Fünf kleine Babys waren da und wurden immer weiter herumgereicht. Offensichtlich sollte die Mischung aus Alkohol, Single-Männern und Babys Muttergefühle bei den Mädels wecken. Die nicht Juden betrifft das halt nur insofern, dass uns das viel Gerede darüber langsam auf die Nerven geht. Ein paar von den jüdischen Jungs und Mädels stehen aber ganz schön unter Druck, was deren Semester hier nicht gerade einfacher macht.

 

So. Das solls erstmal gewesen sein. Demnächts mehr Israelstorys

Tschö mit Ö

Verfasst von: bastitelaviv | August 13, 2007

Jerusalem

Shalömchen,

Es folgt eine detaillierte Berichterstattung über den Besuch des OSP (Overseas Students Program) in Jerusalem. Die heilige Stadt, Jeruschalajim, Al-Quds… Wie auch immer man die Stadt nennt, steht fest, dass man sie mit keiner anderen der Welt vergleichen kann. So viele Kulturen und Religionen aus unzähligen Epochen treffen zusammen. Hinter jeder Ecke wartet ein Stück Weltgeschichte auf einen. Aus der Antike Spuren der Babylonier, Perser, Griechen, Römer. Aus der Moderne: Hier Einschusslöcher aus Israels Unabhängigkeitskrieg oder dem 6-Tage Krieg und dort Gedenktafeln zu Terroranschlägen. Christliche, jüdische und muslimische Religionsgeschichte wo man geht und steht.

Das alles erschlägt einen so ein bißchen wenn man das erste mal dahin kommt. Nicht Umsonst gibt es eine psychische Krankheit die das „Jerusalem-Syndrom“ genannt wird, bei denen die Leute ständig Erscheinungen haben oder sich für den Messias halten.

Als erfahrenen Jerusalem Besucher kann mir das natürlich nicht mehr passieren. Um 7:30 gings mit dem Bus vom Wohnheim aus los Richtung Jerusalem. Vielleicht sollte ich vorher noch Erklären, dass das Auslandsinstitut der Uni viel wert auf soziale Aktivitäten legt, damit man mehr Spaß an seinem Auslandsstudium hat. Hin und wieder komm ich mir dadurch vor wie im Ferienlager. Einerseits findet man wirklich schneller Freunde, andererseits fördert das nicht gerade Freundschaften mit Einheimischen was ja der eigentliche Sinn sein sollte. Egal. Jedenfalls kamen wir nach knapp eineinhalb Stunden bei der ersten Station (Aussichtspunkt über die ganze Stadt) an.

Unsere wirklich sehr kompetente Touriführerin erklärte einiges Wissenswertes über Alt- und Neustadt. Immer dabei übrigens auch ein Medic/Security Guy, was in Israel per Gesetz Pflicht ist. Sein Gewehr machte allerdings den Eindruck als sei es als Knüppel wesentlich effektiver.

Danach gings zur Mauer oder political correct: „temporärer Schutzwall“. Woran erinnert uns das bloß?

Hinter dem Schutzwall liegt eine palästinensische Stadt, deren Namen ich leider vergessen habe. Da wo die Mauer aufhört kann man nicht etwa problemlos rüberlatschen, sonder sieht sich mit einem elektrischen Zaun konfrontiert, der ,bei berühren, die halbe israelische Armee herbeiruft. Das Niemandsland dazwischen, sowie eine kleinere Mauer auf der israelischen Seite, dient dazu, es Heckenschützen zu erschweren auf Autos oder Fußgänger zu schießen. Natürlich gab es viele politische Diskussionen an dieser Stelle.

Danach gings in die Altstadt, die alleine Sehenswürdigkeiten für 10 vollte Tage bietet, und wir daher nur das wichtigste mitnehmen konnten. Das wäre zum ersten die Grabeskirche. Jesus wurde gekreuzigt nachdem er von Pontius Pilatus zum Tode verurteilt worden war. Den Felsen (Golgatha) auf dem das geschah kann man in der Kriche besichtigen. Die Grabplatte auf der er lag ebenso wie das Grab selbst. Man kann sich vorstellen wie groß die Kirche daher sein muss. Ich hab ein Video gemacht um einen kleinen Eindruck davon zu geben

Das ist aber noch längst nicht die ganze Kirche. Das ganze erstreckt sich noch über viel mehr Stockwerke. Franziskaner, Armenier und griechisch Orthodoxe streiten um jeden Zentimeter in der Kirche, was dazu führte das zwei muslimische Familien die Schlüssel für die Türen verwalten und jeden Tag auf- und zuschließen. Die jeweils andere Konfession könnte sich ja einschließen und erstmal ordentlich renovieren…

Immer in Sichtweise übrigens Gruppen von Soldaten. Es gehört zu ihrer Ausbildung zwei Tage in Jerusalem zu verbringen und alles über die Stadt zu lernen. Außerdem sind Besuche in Yad VaShem (der Holocaust-Gedenkstätte) und des Herzl-Bergs (Nationalfriedhof) pflicht. Die Armee ist in Israel nicht nur eine militärische, sondern auch eine soziale Institution. Viele der Soldaten sind Einwanderer, und solche Ausflüge sollen nationale Identifikation und Zusammengehörigkeitsgefühl stärken.

Nächste Station war der Tempelberg-Komplex. Dazu gehört nicht nur der Berg mit Felsendom, Aqsa-Moschee und Klagemauer sonder auch der „archäologische Garten“ am Fuß des Tempelbergs, genannt: Ophel. Auf dem Ophel sieht man, neben der Klagemauer, die ältesten Überreste aus der Zeit des 2. Tempels.

Ophel

Die Torbögen rechts waren übrigens Läden in denen man Opfertiere kaufen konnte, wenn man zuvor im Laden daneben Geld gewechselt hatte. Diese Wechselstuben haben laut neuem Testament Jesus so in Rage gebracht das er den Laden erstmal gehörig auseinandergenommen hat, was zu seiner Verhaftung führte.

Nächste Station selbstverständlich: Klagemauer.

Juden beten an der Klagemauer, weil es der Ort ist, der dem allerheiligsten Ort im inneren des nun zerstörten Tempels, am nächsten liegt. Es ist ein üblicher Brauch, Wünsche oder Gebete auf kleine Zettelchen zu schreiben und in die Ritzen der Mauer zu schieben, damit sie in Erfüllung gehen. Julia hatte einen ganzen Beutel mit Zettelchen von kleinen Kindern aus einem jüdischen children-summercamp dabei, wo sie Betreuerin war.

Zettelchen

Der beste Zettel: „Dear God, I love you, Love John!“ —süß

Die ganze Mauer ist eine Art Freiluft-Synagoge, aber wer dennoch ein Dach über dem Kopf haben möchte kann in einen Tunnelartige Teil der Klagemauer eintauchen

Danach natürlich noch die üblichen Tourie Fotos:

Bastis Touriefoto

Die ganze Gruppe (immerhin so an die 70 Leute) is dann geschlossen zum Abendessen in römischen Stil gegangen. Es war sehr lecker. Humus, Zimtkartoffel bis der Bauch platzt. Im Bus auf dem Weg nachhause haben demnach auch alle zufrieden und satt geschlafen.

Bis zum nächsten mal

Lehitraot

Verfasst von: bastitelaviv | August 10, 2007

Kontakt

Ich freu mich ja immer mit euch reden, oder manchmal sogar sehen zu können (Webcam hooray) – jetzt hab ich rausgefunden, das man mich aus Deutschland, vom Festnetz für nur 5,8 Cent auf Handy anrufen kann. Ne Vorwahl machts möglich. Wenn ihr mich also anrufen wollt: 01005800972526041127

So call me…

Verfasst von: bastitelaviv | August 10, 2007

Hebräisch

Kaplaaan!

Mal wieder eine kleine Wortmeldung von mir. Langsam bin ich auch geistig in Israel angekommen. Wenn ich vorher das Gefühl hatte nur mal kurz in den Urlaub gefahren zu sein, hab ich nun Israel, Tel Aviv, das Wohnheim, mein Minizimmer als mein Lebensabschnitts-Zuhause akzeptiert.

Was ist also in der letzten Woche alles passiert? Der Hebräisch-Einstufungstest ist einigermaßen erfolgreich gewesen. Ich bin nicht in die absolute Anfängergruppe gekommen, sondern wie die meisten in Level A (ein bißchen Grammatik und ein Grundwortschatz ist die Vorraussetzung dafür). Jetzt hab ich 5 Tage die Woche (Sonntag bis Donnerstag) 5 Stunden am Tag Hebräischunterricht, was hier als Ulpan bezeichnet wird. Jeder Neueinwanderer, jeder Austauschstudent usw. muss den Ulpan bewältigen. Wir haben zwei Lehrerinnen Lea und Nechama, die den Unterricht unter sich aufteilen. Lea ist eine typische Israelin. Redet ohne Punkt und Komma, übertreibt in Sprache und Gestik was sehr witzig ist. Z.B. reckt sie häufig die Arme in die Höhe und ruft „Todah Ben-Jehuda, Todah!“ Was soviel heisst wie „Danke, Ben Jehuda!“ Sie meint Eliezer Ben Jehuda, der als Vater des modernen Hebräisch gilt, und Anfang des 20. Jahrhunderts quasi im Alleingang die tote hebräische Sprache wiederbelebt hat. Nechama ist ruhiger, dafür eine bessere Lehrerin, die überall auf der Welt Familie und Bekannte hat. Egal was bei der typischen Vorstellungsrunde in der ersten Stunde als Herkunftsland/Stadt gennant wurde, Sie hatte einen Freund oder Verwandten da. Einer ihrer Bekannten ist sogar der Nachbar von einer der Schülerinnen irgendwo in Conneticut.

Das ist unser Lehrbuch:dsc00373.jpg

und noch von innen:

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Es macht viel Spaß gleich nach dem Unterricht rausgehen zu können, und das was man grad erst neu gelernt hat gleich ausprobieren zu können. Das klingt zwar alles noch etwas holprig, wird aber täglich besser. Z.B. neulich im Supermarkt. Ich hatte herausgefunden, dass Studenten da Rabbat bekommen und sage zur der Kassiererin:

„Ani Student BaUniversitah, ani (gestikulier zu den Sachen auf dem Band) sol! Ken?“

Übersetzung:

„Ich bin Student an der Universität. Ich (gestikulier) billig. Ja? „

Außer des Hebräischunterrichts plus Hausaufgaben hab ich nicht besonders viel gemacht. Wenn alles erledigt ist, gehts meistens an den Strand. Gestern sind wir mal wieder in die Stadt gefahren um ein bißchen zu feiern. Das Wochenende beginnt hier ja am Donnerstag, während der Sonntag der erste Arbeitstag ist. Der Israeli nennt das Sof HaSchawua. Zuerst sind wir zum Hafen gefahren wo sich auf der Promenade eine Bar an die andere reiht. Allerdings ist es schwer reinzukommen, vor allem wenn man mit 19-20 Jährigen Amerikanern im Schlepptau da ankommt. Generell sind die Clubgänger hier etwas älter. Viele Clubs haben eine 25 Jahre + Eingangspolitik manche sogar erst ab 27 oder 30. Aber der Touristenbonus (man sieht uns ja nicht an, dass wir länger hier sind) kann hier manchmal Wunder bewirken. Außerdem kann man die Bars und Clubs nicht mit den Deutschen vergleichen. Viele sind ganz eigenartig gemixt. Barbereich und Tanzfläche – ganz normal – aber in den meisten Läden kann man auch Essen. Richtige Restaurantbereiche mit schön gedeckten Tischen und Kellnern. Sehr gewöhnungsbedürftig. Am Ende sind wir in einer Bar auf dem Rothschild Boulevard gelandet und haben viel getanzt und gefeiert. Morgens noch an den Strand zum baden und und Sonnenaufgang angucken – alles in allem ein sehr schöner Abend. Am Sonntag gehts endlich mal nach Jerusalem. Ich meld mich dann wieder

Lehitraot

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