Verfasst von: bastitelaviv | März 16, 2008

Kairo – das Finale

Salaam Aleicum,

Heute also zum letzten Teil meines Kairo Abenteuers. Während wir in den Tagen zuvor eher in der altägyptischen Welt von Pharaonen und Pyramiden bewegt hatten, tauchten wir am letzten Tag in das islamische Kairo ein. Los gings mit einem Besuch in der Zitadelle von Kairo.

Die Zitadelle dominiert die Skyline von Südkairo, weil effekthaschend auf einen Berg gebaut. Eins der schönen Sonnenuntergangsbilder vom letzten Tag zeigt übrigens die Zitadelle und das größte Bauwerk darin, die Muhammad Ali Moschee.

The Greatest All Time? Cassius Clay? Sting like a butterfly and convert all the Ungläubigen with his mighty fist of Quran? Wohl eher nicht. Gemeint ist der ottomanische Provinzgouverneur Muhammad Ali. Er und seine Dynastie beherrschten Ägypten von 1800 bis 1952 und haben während dieser Zeit auch Kairo ihren Stempel aufgedrückt. Von der Zitadelle aus hat man einen herrlichen Blick über Kairo.

Erst hier oben kann man sich tatsächlich vorstellen, dass unten wirklich 20 Millionen Menschen leben. Die Moschee selber ist mehr gigantisch, monströs als schön. Die Zitadelle hat noch aber mehr zu bieten…Das Militärmuseum und das Polizeimuseum. Wow. Erlebnistourismus pur. Das Militärmuseum war allerdings tatsächlich sehr interessant, weil dort die zahlreichen Nahostkriege mal aus der „anderen“ Perspektive gezeigt werden. Der Sechs-Tage-Krieg kam gar nicht vor…Komisch…Der Yom-Kippur-Krieg war ein Erfolg auf ganzer Linie, was vor allem an dem heldenhaften Einsatz von Luftwaffenkommandeur und Kampfpilot Hosni Mubarak lag. Ein Hoch auf unseren Präsidenten! usw. Plötzlich kamen wir in einen Raum, einige alte Pistolen an der einen Wand, eine Weltkarte an der anderen. Ein großer roter Pfeil, bezeichnet mit: ägyptische Streitkräfte, verlief von Ägypten über Nord-Afrika über den Atlantik nach Mexiko. Der große ägyptisch-mexikanische Krieg. Häh!? Nach langen Recherchen in den Eingeweiden des Internet fanden wir heraus, dass mal ein halbes Bataillon für  2 Monate in Mexiko stationiert war, um den Drogenhandel zu bekämpfen…Nun gut. Nachdem wir die Zitadelle hinter uns gelassen hatten gabs erstmal wieder leckeres ägyptisches Essen für 20 Cent: Kushary. Ein Nudel, Reis, Zwiebel Gericht. Sehr lecker.

Danach ging das muntere Moschee-Hopping weiter und wir schauten uns die blaue Moschee und ihren weniger blauen Nachbarn an.

In letzterer kam ein runzliger, alter Ägypter mit Holzkrücke auf uns zu und bedeutete uns mit der klassischen böse-Hexe-aus-dem-Märchen-Geste ihm zu folgen. Die dumpfen Schläge seiner Krücke echoten von den Wänden wieder, während er vor uns her schlurfte. An einer großen Flügeltür angekommen, holte er einen riesigen, goldenen Schlüssel unter seinem Gewand hervor und öffnete die Tür. Dahinter waren die Mausoleen zweier ägyptischer Könige, Faisal und sein Onkel dessen Namen ich leider vergessen habe. Alles mal wieder sehr urig und morbide. Natürlich wollte auch Hinkebein sein Bakschisch für diese mini-Tour. Bekam er auch.

Das einzige was dann noch auf unserer Liste fehlte, war eine Bootsfahrt auf dem Nil. Wir stiefelten gemütlich den Nil hinauf, bis zu den großen Hotels wo die meisten Bootsvermietungen sind. Die Kapitäne überschlugen sich mit ihren Versuchen uns in genau ihr Boot zu lotsen. Wie immer im Nahen Osten geht alles auf keinen Fall ohne Feilschen ab, weswegen wir ne Weile brauchten um uns für ein Boot zu entscheiden. Die Wahl fiel schließlich auf ein viel zu großes Boot (jedenfalls für uns 7 Persönchen), aber es war so billig dass wir ein wenig Luxus raushingen ließen. Wir hatten mal wieder Glück. Wir haben vielleicht nicht den seriösesten, aber den unterhaltsamsten Steuermann abbekommen.

Ständig tanzte er zu seiner Bauchtanzmukke im Boot auf und ab, während das Boots selbst ebenfalls sonstwohin tanzte und fuhr. Nebenher sorgte er mit Sportzigaretten dafür dass seine gute Laune erhalten blieb. Wir schipperten eine Weile den Nil auf und ab, während über uns die berühmten Kairoer Falken (nebenberuflich ägyptisches Wappentier) die Jagd nach ihrem Abendbrot begannen. So klang unser Kairo-Trip langsam aus.  Abends spielten wir noch eine Weile Karten mit den Typen von der Rezeption, die uns mittlerweile richtig ans Herz gewachsen sind. Um 5:30 fuhr der Bus Richtung israelischer Grenze und die Leute vom Hostel waren sogar so nett mit uns dahin zu laufen, weil wir nicht genau wussten wo der zentrale Busbahnhof war. Extrem nette Leute, obwohl glaub ich Viel daran lag, dass der eine scharf auf Hadas war. Jedenfalls bestiegen wir den Bus und fuhren durch das,  im Morgengrau erwachende Kairo. Diese drei Tage waren so voller Erlebnisse und Eindrücke, dass es für 3 Wochen gereicht hätte. Drei Tage die ich nie vergessen werde…(Gott…ist das kitschig…von meinen Händen tropft rosaroter Schleim auf die Tastatur)

Bis bald, Cheeerioo…


Antworten

  1. deine schreibe ist wirklich sehr amüsant zu lesen, bitte mehr davon, am besten ein ganzes buch.


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