
Erinnern wir uns: Eine Nacht und einen Tag waren wir in Kairo und haben von Jahrtausende alten Königsgräbern bis Autounfällen alles erlebt. Da ist kein Platz für mehr? Weit gefehlt. Hier die weiteren Ereignisse…
Da wir ja nur 3 Tage in Kairo sein würden, mussten wir, trotz des anstrengenden Vortages, früh aus den Federn um die übrigen Kairo-Attraktionen auch noch zu sehen. Los gings im Ägyptischen Museum.

Hier reiht sich am Eingang ein Tourist, und drinnen ein Sarkophag an den Anderen. Während viele der Highlights ägyptischer Geschichte heute in Paris oder London ausgestellt sind, ist die absolute Nummer Eins in Kairo geblieben. Tut-Anch-Amuns goldene Totenmaske, samt übrigen Mobiliars seines Grabes. Wunderbar anzuschauen sind die „Erklärungstafeln“ zu diesen Schätzen. Meist mit Bleistift oder Kuli einige wenige Wörter in Englisch oder Französisch, manchmal sogar mit Edding direkt auf den Gegenstand geschrieben. Nicht zu glauben. Sehr schön anzusehen war auch die Tiermumienabteilung. Affen, Pferde, Hunde, Fische und ein gut 6 Meter langes Krokodil sind von ihren ehemaligen Besitzern für die Ewigkeit präpariert worden. Manchmal in den groteskesten Körperhaltungen. Die Spinnen die Ägypter.
Nach diesem Pflichtbesuch machten wir uns auf die Suche nach etwas Essbaren. Immer etwas abseits der Haupt-Touristenrouten, weil wir einheimisches Essen kosten wollten. Das einheimische Mittagsmahl bestand dann aus einem Brot mit Tomatensalat und etwas Falafel, dazu ein hartgekochtes Ei und eine ganze Frühlingszwiebel als Nachtisch, respektive Mundhygiene. Den Sinn hab ich auch nich ganz verstanden, war aber ziemlich lecker.

Geographisch bewegten wir uns die ganze Zeit in Downtown Kairo, also auf dem rechten Nilufer. Auf einer der Nilinseln, steht ein großer Turm, der „Cairo Tower“. Oben gibt es sich drehende Restaurants und Aussichtsplattformen. Nachdem wir ne halbe Stunde am Nilufer ein Nickerchen gehalten hatten,

machten wir uns also auf den Weg dorthin, nur um Festzustellen dass hier gerade renoviert wurde. Zu Schade. Allerdings hörten wir dort über den Turm noch eine nette Anekdote. In den Achtzigern versuchte die USA, Ägypten ein wenig aus dem roten Lager wegzulocken und gab 20 Millionen Dollar Kredit, die Ägypten für amerikanische Waffen ausgeben sollte, so die Bedingung. Anstatt dies zu tun, bauten die Ägypter mit dem Geld den Cairo Tower als quasi steingewordenen, ausgetreckten Mittelfinger Richtung Amerika. Köstlich.

Die freigewordene Zeit füllten wir mit einem Besuch in der al-Ahzar Moschee / Universität aus.

Während wir auf die anderen warteten (der Taxifahrer sprach wie die meisten kaum Englisch und verfrachtete die Hälfte der Gruppe zum Hafen) sprach uns mal wieder ein Ägypter an. Man kann als Tourist in Kairo nicht eine Minute herumstehen ohne das die Menschen einem die Attraktionen, zumeist die Läden ihre Onkels und Cousins, zeigen wollen. Wir sind eigentlich immer mit den Leuten mitgelaufen die uns irgendetwas zeigen wollten, weil meistens entweder lustige Sachen passierten, oder man wirklich sehenswerte Orte zu Gesicht bekam, die Anderen verborgen bleiben. So auch in der al-Ahzar Moschee wo wir doch tatsächlich den Menschen mit dem Schlüssel zu den Minaretten fanden, und der uns, nach Abschluss der Schmiergeldtransaktion, die Türen aufschloss und wir auf die Türme und über die Dächer der Moschee stiefeln konnten, wo wir den schönsten Ausblick auf den Sonnenuntergang Kairos hatten.



Das Abendprogramm in Kairo gestaltet sich schwierig. Es gibt so gut wie keine Bars geschweige denn Clubs. Für den gemütlichen Absacker am Abend muss man also auf Hotelbars ausweichen. Wir fanden eine nette Bar im elften Stock auf dem Dach eines Hotels das nicht weit von unserem Hostel entfernt war und ließen dort den 2. Abend ausklingen.
Dieses war der zweite Streich, und der dritte folgt sogleich…
Unterhaltsamer Schreibstil. Regt zum weiteren lesen an, nicht nur, dass die erlebten Tatsachen schon interessant genug wären. Traumhafte Bilder, besonders die vom Minarett aus. 2 dicke Schulterklopfer von mir.
Ach ja eins darf ich natürlich nicht vergessen…
ICHIBAN!!!!!
Von: Pierrethewehr am März 12, 2008
um 1:18