Verfasst von: bastitelaviv | September 28, 2007

Yom Kippur und die Hitlerkatze

 Hallo liebe Menschenkinder,

 Wieder mal was Neues aus Tel Aviv. Diesmal hats nicht daran gelegen, dass nichts passiert ist, sondern dass soviel passiert ist, dass ich keine Zeit gefunden habe alles aufzuschreiben.Nach sechs Wochen ist am letzten Donnerstag der Hebräischkurs zu Ende gegangen. Ich denke dass ich ganz gut war, aber die endgültigen Noten bekommen wir erst wenn Mitte Oktober die Uni wieder losgeht. Jetzt hieß es erstmal 3 Wochen Ferien. Die meisten meiner Freunde haben ausgedehnte Europareisen gestartet, weil viele von weiter weg (sprich USA) kommen, und wo sie schon mal „in der Gegend“ sind… Die Europäer sind größtenteils hiergeblieben, sind nachhause gefahren oder haben Urlaub in und um Israel gemacht. So auch Ich, aber dazu mehr im nächsten Eintrag. Erstmal wollte ich den höchsten jüdische Feiertag in Tel Aviv verbringen. Yom Kippur.

Yom Kippur wird als feierlicher Fasttag begangen, an dem jede Arbeit verboten ist. Im Jerusalemer Tempel wurden früher an diesem Tag Opfer dargebracht. Zu dieser Zeit war Jom Kippur der einzige Tag, an dem der Hohepriester das Allerheiligste im Tempel betreten durfte, um stellvertretend für das Volk die Vergebung der Sünden zu empfangen. Dort besprengte er die Bundeslade mit dem Blut von zwei Opfertieren und sprach dreimal den Namen Gottes aus.

Viele meiner Freunde fasteten, ich wollte eigentlich nicht, aber weil am Tag vor Yom Kippur die Geschäfte schon um zwölf statt fünf Uhr zumachen, stand ich erst vor verschlossenen Ladentüren und danach vor einem leeren Kühlschrank. Außer etwas Reis und ein bisschen Tomatenmark war nichts mehr da. Aus dieser Notpampe die ich mir daraus zusammengerührt haben bestanden demnach auch meine Mahlzeiten bis Samstagabend.

Wenn an allen anderen jüdischen Feiertagen die meisten Bars, Restaurants und Läden trotzdem öffnen, gilt das nicht für Yom Kippur. Alles steht still. Ohne Ausnahme. Auf den Straßen fahren keine Autos weshalb nach Ende des Gottesdienstes alle Leute auf die Straßen spazieren gehen, Fahrrad fahren oder einfach nur Mitten auf den größten Kreuzungen sitzen, was nur an diesem Tag möglich ist. Wir haben auch unsere Fahrräder genommen und sind durch die ganze Stadt gefahren.

Es herrscht ein ganz eigenartige Stimmung. Die Augen sehen die große Stadt, aber der Lärm, dieses unterschwellige Brummen großer Städte, dass man sonst gar nicht bewusst wahrnimmt, fehlt. Wie haben noch eine Weile im Park gesessen und die Ruhe und den Ausblick genossen und sind für einen Freitag wirklich früh ins Bett gegangen.

Am Samstag wird traditionell gefaulenzt (alle Videotheken sind schon am Donnerstag geplündert worden), oder den ganzen Tag gebetet, wenn man zur religiösen Fraktion gehört. Für Samstagabend haben wir bei Emily und Hadas im Zimmer ein kleines Buffet organisiert. Alle die gefastet hatten, oder sich eben nur von Tomatenreispampe ernährt haben, stürzten sich aufs Essen. Danach sind wir wieder mit den Fahrrädern in die Stadt gefahren um den Umstand zu Feiern, dass die Bars wieder offen hatten (diesmal allerdings wieder auf dem Bürgersteig, weil nur völlig Bekloppte oder Lebensmüde mit ihren Rädern auf der Straße fahren würden).

 Das war also mein erster Yom Kippur in Israel. Zum Schluss noch die lustige Geschichte von der Hitler-Katze. In den Wohnheimen der Einsteinstraße lebt eine Katze die wirklich aussieht wie Hitler. Überzeugt euch selbst:

 

Die Leute mit wenig Phantasie müssen einfach etwas unscharf gucken. Die Natur hat dem armen Vieh wirklich übel mitgespielt. Das witzige ist, dass sie sogar von den anderen Katzen gemieden wird. Einer von den Hausmeistern stellt immer Essensreste raus worauf sich alle Katzen stürzen. Nur die Hitler-Katze sitzt etwas Abseits und bekommt nichts ab…

 

Bis denn….der Basti


Antworten

  1. also, als fast ausgebildeter pädagoge, schlage ich vor die hitlerkatze zu integrieren.
    hier eine idee wie’s denn gehen könnte.

  2. wie gemein, die arme Katze;O( also wenn sie ne ähnlichkeit haben sollta, dann hätte hitler ne warze auf der nase gehabt

  3. oooooch, ist die süß! kann die auch das pfötchen heben?

  4. http://www.catsthatlooklikehitlet.com

  5. http://www.catsthatlooklikehitler.com/cgi-bin/seigmiaow.pl

    sorry was vergessen…
    jetzt müsste es aber gehen. hoffe ich. und basti: do solltest da auch mitmachen

  6. na falls die katze wirklich hitler ist, muss gott Jude sein!


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